Dienstag, 15. November 2011

Auf der Suche nach der Käsequantenmechanik

Da ich gestern die lustigen Käsefüße bei mir zu Gast hatte und sie auch so plötzlich wieder verschwunden waren, wie sie gekommen sind, habe ich mir in den Kopf gesetzt, ich gehe auf die Suche nach den Ursprüngen und der Geschichte dieses penetranten und geruchsintensiven Phänomens um zu sehen, ob ich mal eben schnell ein Gegenmittel erfinden kann und dann endlich Millionär bin. Dies ist nun mein Bericht.

Um zu sehen, wo dieser Ursprung sein könnte, legte ich mich gestern, nach überwundenem Schock, mitten im Schlafzimmer auf den Boden und visierte meinen fluoreszierenden Sterne an der Zimmerdecke an. Da das erlebte immer noch ein wenig nachwirkte, ging ich schnell in einen hypnotischen Zustand über und fuhr in Gedanken zurück in der Zeit. Ich wollte erst stoppen, wenn ich mir sicher war, dass die Erinnerungen so intensiv waren, dass dies nur der Ursprung allen Übels und der Übelkeit sein konnte.
Doch bevor es richtig los ging, saß ich schon wieder mit aufgerissenen Augen auf meinem Teppichboden und lief schockiert grün an. Ich schaute mich nervös um, da ich dachte, meine Katzen hätten mir ihre Käserollis direkt vor den Schädel gekotzt.
Aber nichts zu sehen, bis mir bewusst wurde, ich bin schon einige Monate in der Ferne gewesen. Um genau zu sein, bei dem Sohn einer ehemaligen Weggefährtin meinerseits. Dieser kam damals des öfteren in den Abendstunden durch die Eingangstür und binnen Minuten legte sich ein übler Schleier in den Wohnräumen hernieder. Ich hustete stark, schnappte nach Luft und dachte über diese Szenerie nach. Ja, es war wirklich aller erster Kanonen, welche Absonderungen einem da entgegen kamen.
Doch ich war mir sicher, ein Kind gerade im Aufbruch ins Teenagerleben, war noch zu unschuldig um derlei fiese Dinge zu erfinden, die einem viralen Holocaust ähnelten.

Ich legte mich wieder hin, streckte alle Viere von mir, und gelangte Stark benommen sofort wieder in einen transzendentalen Zustand weiter abdriftend in die Zwischenwelt, zwischen duftenden Rosenblüten und den miefenden Abgründen der Vorhölle.
Meine Gedankentournee dauerte nun an und ich erlebte Wellen von Wohlfühlmomenten in die immer wieder kleine Stiche von leichten Grausamhaftigkeiten hinein stießen. Ja, ich sah Bilder von Menschen aus meiner Vergangenheit. Nicht ihre Gesichter, eher ihre Füße kamen in einer wirren Spirale auf mich zugerast und entschwanden wieder. Es gab immer mal wieder Momente mit fiesen Erinnerungen, doch keine toppte die zuletzt erlebte Tragödie.
Und dann, ganz plötzlich wieder "peng". Ich hatte das Gefühl ein Schwall von Klumpenkotze schoss mir in die Kehle und drohte mich mitzunehmen in die unendlichen Weiten aller Ekelhaftigkeit. Was war das?
Ich saß in Gedanken auf der Couch meiner Schwester. Hörte Wasser plätschern und genoss das Mittagessen, welches nicht mal für mich bestimmt war. Ich dachte mir außerhalb meiner Vision, dass doch alles in Ordnung sei, den Bildern nach zu urteilen und verstand nicht, warum dieses doch positive Trugbild mir alle Magensäfte durch die Schläuche schießen ließ. Doch dann verlor ich auch in der Fiktion die Fassung und mir fiel der Teller aus der Hand.
Meine Schwester kam mit ihrem damaligen Freund aus der Badewanne. Aber anstatt sich ein Wohlgeruch aus einer Mixtur von Shampoo, Badezeug und Seife in den Räumlichkeiten verbreitete, hatte ich das Gefühl, ich hätte meinen Kopf in einen Leib Käse gesteckt, der mit purer Scheiße verfeinert war. Das war sehr fies und hinterhältig, denn wer kann  von diesem Anfangsszenario darauf schließen, dass am Ende das Grauen auf einen wartet.
Doch so schäbbich, wie die Omma gesacht hätte, dieser Akt auch war, lag hier auch nicht der Ursprung aller grünspanigen Füße. Den dieser Typ hatte zwar  definitiv die Gesetze der Natur auf seine Art außer Kraft gesetzt, aber er konnte vermutlich selbst nichts dafür. Denn er war seines Zeichens Punk und seine Beinbekleidung demnach entweder von irgendwem geklaut oder direkt aus dem Müll geborgen. So dass man gar nicht beweisen konnte, dass er Schuldhaft gehandelt hatte.
Also blieb mir nichts andere übrig, als weiter auf die Suche zu gehen. Das es so einfach nicht sein wird, hätte ich mir vorher denken können, bei einem derlei komplizierten und weitreichenden Thema wie der Käsequantenmechanik.

Also musste ich weiter suchen. Zum Glück lag ich sowieso noch schwindelisiert kurz vorm Würfelhusten auf dem Rücken und konnte mich ohne Umwege direkt wieder wegbeamen um meine Forschungsarbeit fortzusetzen. Einmal mehr sah ich merkwürdige Dinge an meinem geistigen Auge vorbeiziehen in einer Art Werbebanner an einem grünen Propellerflugzeug. Hin und wieder wurde mir auch leicht flau im Magen, doch all das waren nur Schatten der Vergangenheit, die nicht streng genug rochen um mich aus dem stattfindenden Wirrwarr in meiner Kleinhirnrinde zu reißen.
Doch dann... plötzlich... ohne Vorwarnung... ein Sturm von verschiedensten ekelhaftigkeiten in dearomatisierter Form. Dieses mal landete ich im Teenageralter in der Bude meiner Omma.
Ich war sogar hocherfreut und dachte mir, bei der Gelegenheit könnte ich meine Omma gleich noch mal nach dem geheimnisumwobenen Gulaschrezept befragen, welches sie vor Jahren mit  auf die andere Seite des Lichts genommen hatte.
Aber nix da, in diesem Planspiel ließ sich die Vergangenheit nicht verarschen. Es ging nur unabänderlich vorwärts, wie in einem auf Zelluloid gebannten Film. Wäre es nur ein Film gewesen, ich wäre immer noch dankbar, denn hier war eine Zusammenkunft von allen möglichen Gerüchen aus meiner eigens erlebten Geschichte scheinbar damit beschäftigt, mir den Gar aus zumachen. Der Altbau insgesamt, mit seinen uralten Holzdielen noch von vorm Kriech und zwar dem dreißigjährigen. Dann die Scheißhäuser, eine Treppe tiefer, mitten im Flur. Der Geruch von kalten Kohleöfen mitten im Sommer. Halt der Geruch von Alt und zum Abriss bereit.
Jedoch war das nicht der Grund des Aufenthalts. Denn dieser befand sich auf dem Weg, den ich quasi schwebend hinter meinem Alter-Ego zurücklegte. Und ich bzw. wir gingen die Treppe hinunter und dann sah ich schon den Tatort des Geruchsmordes. Schuhe... gefühlte sechzig Paar miefende Schuhe vom Allergemeinsten. Eine Ansammlung von allem was die Schuhläden an Absonderlichkeiten in den Achtzigern von sich gaben.
Ja wat soll ich sagen? Die immigrierten Nachbarn meiner Omma hatten ihre nahe Verwandtschaft zum kleinen Buffet geladen. Und da kommen ja schon mal knappe fünf dutzend Gestalten zusammen. Soweit ja auch kein Problem, wenn da nicht die kulturelle Unsitte aus dem Dunstkreis der südlichen Hemisphäre wäre, seine Käsemauckenbekleidung vor des Gastgebers Eingangstür zu lassen.
Die Problematik daran, für Nasen aus dem eher kalten Mittelgefilden Europas, ist das nicht nett, sondern eher der Untergang des Abendlandes quasi als Rache für alle sieben Kreuzzüge auf einen Schlag.
Sollte hier der Ursprung aller Absonderlichkeiten des fiesen Fußgeruchs sein? Ich konnte es mir nicht vorstellen. Die Geruchsekstase war zwar ziemlich Grenzwertig, aber da sie hier nur durch Kumulation in der Form vorhanden war, war die Szenerie zwar von schrecklicher Gestalt, aber kann nicht der Ursprung sein. Vielleicht war auch in dem Gewühl von Quadratlatschen der eine, der der alles ausgelöst hatte. Aber dann muss ich die Lösung trotzdem vorher finden. Denn ich wollte bestimmt nicht alle vor mir stehenden Gefahrenquellen auf ihre Halbwertzeit untersuchen. Denn selbst wenn es nur ein Gedankenspiel in meinem Kopf war, ich hätte es definitiv nicht überlebt.
Und so riss ich mich am Riemen und verließ aus eigener, wenn auch bald aus letzter, Kraft diesen grauenhaften Schauplatz und stürzte mich weiter in die Vergangenheit.

Als ich wieder zu Besinnung kam, war ich fast am gleichen Ort, zumindest im gleichen Haus. Sollte ich der Lösung so nah sein? War meine Vermutung richtig? Der Übeltäter hatte sich doch unter den zig potentiellen Tätern des rückwärtig vorher erlebten Szenarios gemischt? Das wäre ja toll und einfach.
Ich landete jedenfalls unter dem Wohnzimmertisch in der Wohnung meiner Omma. Einige Jahre jünger. Ich spielte friedlich mit meinen Autos, inklusive den üblichen "Brumbrum-" Geräusche.
Wo war hier der Zusammenhang? In der Zeit wohnten wir nämlich in der Wohnung, in der erst Jahre später diese Messe der Käsemauckenverschwörung stattfinden sollte. Eine Fehlfunktion in meinem Gehirn, wie es des Öfteren vorkommt? Ich war wiedermal sehr verwirrt.
Und dann passierte es. Meine Omma kam aus der Küche auf mich zu, setzte sich in ihrem Ruhrpottstypischen Ommablümchenkittel auf die Couch. Dann streckte sie mir, nicht im Bewusstsein dass ich dort verweilte, ihre Quanten entgegen. Gehüllt in weinrote Ommapantoffeln mit Puscheln, welchen sie sich sogleich entledigte. Und dann hatte ich das Grauen genau vor meiner Nase. Alte Knochen quasi fast blank, zwar immer noch gehüllt in die typischen Ommastrumpfhosen von Woolworth, aber eben Luft- bzw. Geruchsdurchlässig. Ich bekam dort und auch im Hier und Jetzt, Tränen in den Augen. Meine Nasenflügel versuchten sich nach innen zu kräuseln und der Sabber lief mir aus den Mundwinkeln. Ich musste das Experiment abbrechen, da ich mich gerade auf schmalen Grat zwischen Leben und Tod befand. Ich hielt es einfach nicht mehr aus.
So lag ich plötzlich, wie zuvor beschrieben, in meinem Schlafzimmer. Ich konnte mich nicht bewegen. Minutenlang. Meine Katzen spielten an mir herum und dachten sich vermutlich auch schon, wie sie an ihr nächstes Futter kommen sollten. Ihnen war wohl bewusst, dass ich gerade mit meiner Existenz kämpfte.
Aber konnte das sein? Die Frau, die mich zu einem fünftel Groß zog, und die ich bis heute verehre, sollte der Ursprung schwarzer Quantenphysik sein? Der Grund dafür, warum ich am liebsten alle Füße amputieren lassen würde? Selbst jetzt beim Schreiben kommt mir wiederholt die Galle hoch wenn ich an diesen Alptraum denke. Wie kann ein Mensch alleine so erbärmliche Duftstoffe absondern, als wenn die Quanten seit den Trümmerjahren nicht mehr in Waschungen gewesen wären?!
Obwohl ich es erlebte, schloss ich es aus. Es musste eine unglückliche Zusammenkunft von Ereignissen gewesen sein. Warmes Wetter, schlechtes Essen, der typische Ommalook, Stress. Das müssen die Komponenten gewesen sein, die bald zu diesem mörderischen Ereignis geführt haben.
Und das erklärt noch eine andere Sache. Meine Einstellung, dass wenn Frauen schon Strumpfhosen oder Strümpfe tragen müssen, dann keine billigen von Woolworth, sondern vernünftige ab 20 Euro aufwärts. Da ist doch nicht nur ein Qualitätsunterschied für's Auge, der muss auch für die Nase gelten.
Genauso wie für die Schuhe. Umso höher, um so besser. Plateau ist das Stichwort. Dat dient doch nicht nur dem Betrachter zur Freude, dat beinhaltet doch eher noch eine bessere Durchlüftung des ganzen Gefahrenbereichs. Dat hat nix mit Fetischismus zu tun, dass ist purer Selbsterhaltungstrieb in seiner reinsten Form. Man denke nur an Dita von Teese. Also ich hab die noch nie mit Schweißmauken erlebt und die kommt ja regelmäßig bei mir zum Bier trinken vorbei. Wat jetzt keiner wissen soll, aber... zu spät. Doch selbst wenn die am Ende ihres Kapitals, sprich Körperlichkeit, eine Käseproduktionsstätte hätte. Das würde doch in der Form keiner wahrnehmen. Hm, na gut, vielleicht auch eine gute Tarnung für einen Meuchelmörder, aber ich will ja keinem derlei Tipps geben.

Jetzt war ich aber auch mit meiner Weisheit am Ende. Noch weiter konnte ich mit meinen eigenen Erfahrungen nicht gehen, denn da komme ich in ein Alter, wo ich selber den ganzen Tag, zwecks zugeschissener Buchse, eine Geruchswolke um mich hatte und den Ursprung der Käsequantenmechanik definitiv nicht mehr hätte identifizieren können.
Was sollte ich tun? Da kam mir natürlich die Idee. Ich hatte ja erst vor dem Wochenende meine eigens fabrizierten Theorien dazu entwickelt, das und warum die Zeit relativ ist. Der Schinder nicht dumm, hatte sich direkt einen Schaltplan in seinem Kopf zusammengeschraubt um diese hervorragenden Theorien in die praktische Tat umzusetzen.
Ich rief sofort meinen Vermieter an, seines Zeichens der Mörtel vom Dienst und in seiner Garage gab es sowieso alles, was den geneigten Heimwerker erfreut. Da war die Wahrscheinlichkeit groß, dass unter den ganzen Hiltis, Akkumulatorenbohrmaschinen und sonstigen merkwürdigen Gerätschaften eine Zeitmaschine ihr Dasein fristete oder irgendwas, was sich dazu leicht umbauen ließe. Ich rief ihn an, doch war enttäuscht, denn er wusste nicht so recht, ob irgendwo unter dem ganzen Gerümpel etwas brauchbares wäre. Ich sollte aber einfach mal selber gucken, und nehmen was ich brauche. Ich hatte es geahnt, dass mir erst mal Knüppel zwischen die Beine geworfen würden. Einfach mal schauen ist da eine eher weitreichende Aussage. Nebenbei merkte er auch noch an, wenn ich die Zeit hätte, könnte ich sie ja auch verwenden um vielleicht ums Haus herum Unkraut zu jäten. "Ja klar!", dachte ich mir, ich bin gerade in eine eventuell weltverbessernden Mission unterwegs und soll mich dann mit so einem Firlefanz beschäftigen.
Der Mann hat ja auch gut reden. Ich legte mitten im Gespräch auf, denn es ergab für mich keinen weiteren Sinn und vermutlich saß der feine Herr Mörtel eh gerade wieder an irgendeinem Strand in Dubai, Australien oder Herne. Der Typ geht zwischendurch gerne auf Montage von seiner Bestimmung her als Experte für die merkwürdigsten Baumaschinen und hat dann immer einfaches Reden aus seiner Situation heraus. Ich glaub, Alkohol war auch im Spiel, so dass die Sinnhaftigkeit eh eher in der Bezweiflung befindlich war. Nee, ich war also völlig auf mich alleine gestellt, von dem Kerl war keine Hilfe zu erwarten.
Also habe ich es mir einfach gemacht. Ich bin runter in den Garten, über den Zaun zum Altenheim gehüpft und habe dem Hausmeister seine scheiß blaue Herkules Mofa samt ekelhaften neonorangenen Halbschalenhelm mir zu eigen gemacht, also ausgeliehen. Der Anfang war gemacht, die Maschine an sich hatte ich nun. Der Antrieb allerdings würde niemals ausreichen um eine derlei weite Reise anzutreten, denn ich wusste ja nicht, wie weit meine Reise gehen würde. Also bin ich doch noch mal auf Verdacht in die Garage rein. Und da hatte ich dann doch Glück. Ich schnappte mir einige auf dem Boden herumvegetierende Kabel und die Betonmischmaschine dazu. Ich baute gleich alles zusammen, verkabelte die Mofa mit dem Helm und der Mischmaschine.
Ich wollte auch nicht mehr lange warten. Also schmiss ich die Karre an und nach einigen Umdrehungen warf ich noch einige Pflastersteine als Inhalt dazu. Nicht weil es Sinn gemacht hätte. Aber ich vermisste diesen Sommer eh schon lange das Geräusch der Betonmischmaschine. Es gestaltet sich nämlich so, dass ich seit meinem Einzug in meine Wohnung mit diesem beruhigenden Geräusch im Hof leben musste. Ja, es wurde sogar so, dass wenn ich mal eine Woche keine Klapperei hörte, ich den Mörtel anrief um zu fragen, ob er sein Ableben hinter sich gebracht hätte. Es war wirklich so, dass wenn die Karre nicht lief, könnte er kaputt sein. Zum Glück war er dann meistens nur wieder mit seinem liebstes Hobby, der Montage irgendwo am Arsch der Welt, zugange.
Wie auch immer, der Antrieb lief unrund, wie ich es gewohnt war und ich setzte mich auf die Mofa und auf mich selbst den Halbschalenhelm. Dann gab ich mit einem festen Tritt Schmarre auf die Pedale und die Reise sollte sofort losgehen. Und das tat sie zu meinem erstaunen auch sofort. Ich sah den Zeitstrudel in einer Spiralisation von bunten Farben vor mir. Auf ging's!

Mein erstes Ziel war auch sofort klar. Ich musste in die Siebziger und da dann auch nach Vietnam rechts abbiegen. Denn ich hatte da schon eine Theorie entwickelt. Seinerzeit haben die Nordvietnamesen und der Vietcong ja den Amis ordentlich den den Arsch versohlt und kurzerhand aus dem Land geschmissen. Dafür gab es für mich einen klaren Grund. Denn der Ami in seiner Überheblichkeit als bester ausgerüsteter Soldat, kam ja mit allerhand unnützen Zeug in diesem Land angeschissen. So auch mit den nach Dienstblatt A-7-35 genormten Socken und den nach Dienstblatt Z-24-03-4-Y besonders schwären Kampfstiefeln für Nahkampf.
Tja und genau da lag meiner Meinung nach der Fehler. Denn der Vietcong in seiner Mission als Befreiungskämpfer, verließ sich eher auf seinen mitgebrachten Pyjama und vor allem seine speziell angefertigten Sandalen aus alten Dunlop Reifen.
Aus meiner eigenen Zeit dort war mir nämlich klar, dieses Land kann man nur mit leichtem Schuhwerk von Süd nach Nord bereisen. Mit allem anderen an den Käsequanten, ist man schnell seines eigenen Körpers überdrüssig. Vor allem wenn man monatelang in seinem eigens gebauten Tunnelsystem haust und sich morgens mit all dem Kram auch noch durch den Ausgang quetschen hätte müssen.
Also landete ich in der Nähe von Khe Sanh auf dem Ho-Chi_Minh-Pfad. Es war zwar etwas holprig mit der Betonmischmaschine hinten dran an meiner Mofa, aber ich schaffte es dennoch vernünftig zum Halten zu kommen. Es dauerte nicht lange, da kam auch schon ein lustiger Trupp der ortsansässigen Befreiungsfront auf mich zu. Alle musterten mich argwöhnisch, bis der Kommandant anfing zu grinsen. Ihm war sofort klar, ich konnte nichts böses im Schilde führen denn wer mit einer Mofa daher kommt, muss des Vietnamesen freund sein. Außerdem war ihm auch klar, ich konnte nur einer der üblichen Zeitreisenden sein und so lud er mich auf ein Tässchen grünen Tee ein und wir plauderten eine Weile. Nun, wir hatten viel Spaß und lachten, aber mir wurde schnell klar, hier ist noch nicht das Ende meiner Reise. Er kannte zwar noch nicht das Ende des Krieges, konnte sich aber ausmalen wie es sein wird. Denn er wies mich darauf hin, dass die Amis in ihrer Mission, schon beim ersten Fußtritt an den Stränden Da Nang's gleich wieder hätten umdrehen sollen. Wer mit derlei schweren Gerät anrückt, der kann nicht weit kommen, seine Worte fix übersetzt.
Aber da es eben schon von Beginn der Kämpfe in Vietnam so war, konnte hier folglich nicht der Ursprung, den ich suchte, sein. Der Kommandant und sein lustiges Trüppchen verabschiedeten mich mit einer ordentlichen Salve aus ihren antiquierten AK-47 Knarren und meine Fahrt sollte weiter gehen.

Was ich dem Kommandanten nicht gesagt hatte, ich hatte mir einen Sack grünen Tee mitgenommen und eine passende Kanne dazu. So hab ich mir erst mal noch das eine oder andere Tässchen Tee in den Wirsing gehauen. Bis meine Mofa von sich selbst aus zu landen begann.
Ich war verwundert, denn ich landete 1939 knapp hinter der polnischen Grenze. Und dann stand ich vor ihm. Der Chef höchstpersönlich. Adolf Hitler in seiner eigenen Gestalt als Arschloch vom Dienst. Ich dachte noch für mich selbst: "Wat hat der Idiot denn jetzt mit Käsequanten am Schnurrbart?" Und dann war ich entsetzt. Denn die ganze Geschichte musste eigentlich umgeschrieben werden. Er war außer sich, wie man es von ihm kannte, allerdings noch schlimmer. Er schimpfte unverständlich daher, und man konnte ihn wiedereinmal kaum verstehen. Aber ich begriff schnell. Der Chef wollte eigentlich nach Polen fahren um sich günstig Socken zu kaufen, da er auch an unheimlichen Fußgestank litt. Jetzt war es aber so, dass die Polen andere Öffnungszeiten hatten. Die Läden waren dort nicht wie bei uns zu dieser Zeit bis 6:00 Uhr abends geöffnet, nein, diese schlossen schon um 5:00 Uhr da der Pole nicht gerne lange arbeitete.
Und es ist falsch wie es in allen Geschichtsbüchern steht: "Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen!" Sondern er schrie in seinem nuscheligen Ausländerakzent: "Om 5 Ohr 45 sond die verdommten Läden schon zo, das ist doch beschossen!"
Tjo, ich war entsetzt. Wegen so einer dummen Scheiße hat er dann einen Weltkrieg von Zaun gebrochen, der bis heute seines Gleichen sucht. Doch ich war enttäuscht. Auch wenn der Chef eigentlich prädestiniert dafür gewesen wäre, schuld am Mief von zig Millionen Füssen zu sein, er wollte ja eigentlich nur frische Socken. Und wenn er den Mief erfunden hätte, dann würde er ihn ja nicht los werden wollen.
Also verließ ich schnell die Örtlichkeit, da mir bewusst wurde und ich dachte: "Hier wirds die nächsten Tage heiß hergehen, also nix wie Blitzkriegsmäßig ab durch die Mitte."

Als ich mit meiner Zeitmofa schon wieder über alle Berge war, dachte ich mir eigentlich noch so, dass ich vielleicht den zweiten Weltkrieg hätte verhindern können. Aber dann dachte ich wiederum an die aktuellen Nachrichten und war sicher, ich habe alles richtig gemacht. Denn die Bevölkerung, wohl gerade von monatelanger einseitiger Berichterstattung der Schuldenkriese genervt, wird aktuell mit dem neusten Clou, der Diskussion um ein Verbot der NPD, im TV zugelutscht, da muss ich jetzt auch nicht zwingend einwirken. Ist zwar nicht gerade der neuste Hut um das Herbstloch zu stopfen. Aber immerhin scheint es Einschaltquoten zu geben und die Politik kann sich auch mal wieder um was anders kümmern, als die paar Euro, die da für  irgendwelche anderen Staaten aus dem Sack gehauen werden.
Ich überlegte noch einen kleinen Moment, da war ich aber schon wieder im Landeanflug. Unter mir schabbaterte, ratterte und explodierte es in einer Weise, dass ich im Begriff war, das Vater Unser zu beten, da ich kurzzeitig der Überlegung anhaftete, ich habe eine Fehlfunktion und nu ist Sense im Zeitgefüge.
Doch ich hatte Glück im Unglück. Dieses Mal war ich wohl im Ersten der etwas größeren Kriege angekommen. Mitten an der Westfront in Verdun. Ja scheiß die Wand an. Da sauste man mit allem Geschick dem letzten Übel davon und landest dann genau in der Situation, die ich vermeiden wollte. Aber wat sollte ich machen, hier musste ein weiteres Puzzleteil zu finden sein oder auch schon die Lösung all meiner Probleme.
Ich krachte genau in den Schützengraben von einigen lustigen Franzosen. "Merde!, dachte ich mir, denn mein Französisch war alles andere als "bien". Aber mir stieg sofort ein unheimlicher Gestank in meinen, mittlerweile schon einiges gewohnten, Riechkolben. Es war eine Vermischung von Schweiß, Scheiße, Pferdekadavern und der täglichen Ration Froschschenkelsuppe. Unerträglich penetrant! Da aber die Fransosen wie immer von ihrem guten Vino betrunken waren, fanden die meinen Absturz eher amüsant als bedrohlich und kamen mit einem laut gröhlenden: "Bon jour mon ami.", auf mich zugetaumelt. Da der Franzose in seiner Eigenart zudem recht Gastfreundlich ist, auch wenn man in der Sprache des Feindes spricht der nur 300 Meter weiter in seinem stinkenden Loch sitzt, gabs direkt eine Runde vom guten Wein. Na ja, es waren dann doch mehrere, aber das tut ja auch nichts zur Sache.
So gesellig wir da nun saßen, sagten mir die Jungs auch, dass ich froh sein konnte, bei ihnen eingeschlagen zu sein. Bei den Deutschen wäre es zum einen bestimmt nicht so lustig und zum anderen würde es dort noch mehr stinken als hier, da es dort seit Monaten täglich Erbsensuppe gab und sich die Därme der dortigen Truppen so langsam in ihre Bestandteile zerlegen, weil wohl ein Püpsken auf den anderen folgte. Ja, selbst die Befehle sollten mittlerweile nur noch per Morsealphabet in Furzform weitergegeben werden.
Nicht wirklich der richtige Ort um nach dem Ursprung der Käsequantenmechanik zu forschen, da musste es weiterreichende Gründe für meinen Absturz geben. Und mir wurde geholfen. Denn es war gar nicht so wie es heute in den Geschichtsbüchern steht, das dort Senfgas und andere komische Chemikalien zum Einsatz kamen. Das haben beide Seiten nur so daher gesagt um über den Verfall der eigenen Moral hinwegzutäuschen. In Wirklichkeit hatten beide Seiten nur ihre Socken jeden Morgen zum trocknen auf die Leine gehangen und in welche Richtung der Wind dann zu passender Zeit wehte, sagte die eine oder eben die andere Seite, dass es sich um einen Gasangriff handelte, um damit auch den Gegner zu schocken.
"Astrein!", dachte ich mir und war wieder nicht einen Schritt weiter. Denn ich erfuhr somit nicht nur, dass es niemals wirklich Gas an der Westfront gab, sondern auch, dass hier niemand die Käsequanten erfunden haben konnte, denn es wurde ja sogar versucht diesen ekelhaften Gestank los zu werden, was aber in Anbetracht der Umstände ziemlich unmöglich erschien.
Ich setzte mich etwas enttäuscht und leicht betrunken auf meine Mofa und wollte jetzt nur noch weg. Denn der Morgen brach schon an und der Wind wehte aus dem Osten her, so dass ich nicht miterleben wollte, wie sich der Geruch von gammeligen Deutschen Socken in meine Nasenhöhlen bohren. Die Franzosen halfen mir noch meine Mofa samt Betonmischmaschine durch den Schlamm auf genug Umdrehungen zu bringen. Da vernahm ich schon die ersten Anzeichen von übelst stinkenden Quanten, als ich zum Glück wieder in meinen Zeitstrudel eintauchte.

Langsam hatte ich die Fresse voll, denn ich kam nicht wirklich voran. Ich sah wie sich plötzlich vor mir die große Epoche des Barock auftat und gab schnell Kniegas. Denn hier konnte ich nun wirklich nichts entdecken. Zwar ist bekannt, dass es zu der Zeit bei den meisten Menschen aus allen Rohren stank und selbst im Schloss von Versailles nahm man kein Blatt vor den Mund und für den Arsch, sondern schiss lieber direkt mitten in die Flure. Aber die Problematik war hier einfach, dass alles mit Unmengen an Parfum übertüncht wurde. Also ging es direkt weiter.
Auch das Mittelalter, welches umgehend folgte, war der falsche Ort. Hier wurde nicht nur in irgendwelche Flure geschissen, hier landete direkt alles auf der Straße und das musste ich mir nicht wirklich antun.
Dann sah ich vor mir einen Heiligenschein, ich war im Jahre anno Tuck angekommen, also kurz nachdem der feine Herr Jesus sich bemüht hatte mal bei uns vorbeizuschauen. Hier wurden so viele Fragend der Menschheitsgeschichte geklärt und gleichzeitig überhaupt erst in Umlauf gebracht, dass es die  günstigste Möglichkeit war antworten zu bekommen.
Passenderweise, da ich eh immer noch einen im Kahn hatte, landete ich direkt vor einem alten Kabachel und vernahm von inne lautes Getöse und Gesang. Ich stieg von meiner Mofa ab und ging einfach mal neugierig hinein. Zwölf beschickerte Typen saßen an einer Tafel und gossen sich ordentlich einen auf die Lampe. Der Typ in der Mitte schien ganz nett zu sein und bat mich an seine Seite. Da war ich doch sofort im Spiel, gab ja immerhin wieder Wein und wenn man schon eh mal dabei war, konnte ich hier gleich weiter machen.
Irgendwer malte unterdessen die ganze Belegschaft und meinte, er hätte einen guten Auftrag aus Mailand, da könnte man mich dann in Zukunft auf dem Bildchen sehen. Ich war etwas geschockt, denn das Bild kannte ich, aber das ich dort auch abgebildet war, konnte ich ja bisher nicht ahnen. Lag wohl auch etwas an der künstlerischen Freiheit des Malers. "Gut", dachte ich mir, "hängste halt irgendwo in Mailand an der Decke, kannste eh nix gegen machen, wat solls!?"
Wie auch immer, ich stieß einige Runden mit den ganzen Typen an und wir waren schnell per du. Gut, mit Nachnamen hatte man es zu der Zeit auch noch nicht so. Der Wortfüher, der wohl in Anbetracht seines Zustandes seinen Namen vergessen hatte, meinte zu mir, ich sollte ihn einfach Latten-Jupp nennen, dat würde schon passen. Fand ich lustig. Und dann ging er mit mir in einen anderen Raum und sprach Tacheles. Er hatte wohl durch das nicht vorhanden Fenster meine Landung beobachtet. Weiter meinte er dann, dass er auch in einer Mission unterwegs wäre um die Welt zu verbessern, drückte mir eine Kamera in die Hand und meinte, ich solle schöne Bilder für die Nachwelt, von meiner Mission machen, an seine wird man auch ohne Beweise glauben. Ich wollte noch fragen woher er jetzt in seinem Zeitgefüge die Kamera her hatte, aber er musste dringend auf die Toilette.
Also verließ ich die gemütliche Runde und wandte mich wieder meiner Aufgabe zu und filmte direkt alles was mir vor die Linse lief. Irgendwann überkam mich aber die Müdigkeit und ich legte mich neben meine Mischmaschine auf den Boden und ratzte bis zum nächsten Morgen durch.
Dann wurde ich von ohrenbetäubenden Krach wach. Eine Menschenmenge rannte hinter einem sichtlich genervten Typ hinterher und irgendwie schienen sie sich darum zu streiten, ob nun eine Flasche oder eine Sandale sein Zeichen wäre. Ich hörte nur "Sandale" und dachte, das könnte doch das richtige Zeichen sein. Der Erfinder der Käsequantenmechanik in seiner eigens für ihn kreierten Geschichte. Da musste ich hinterher. Ich rannte aber nicht hinter der Masse her, das war noch nie meine Art, sondern nahm eine Abkürzung und sah vor mir ein Loch. Dort versteckte ich mich und beobachtete die Situation. Dann sah ich, wie er auf mich zu gerannt kam und selber in das Loch fiel. Er schaute mich verwirrt an und ich musste ihn beruhigen. Dann erklärte ich ihm schnell mein anliegen, aber er musste mich enttäuschen. Er hätte selber erbärmliche Käsequanten und wüsste auch nicht woher die kämen. Dass sich die ihm folgende Meute nicht auf ein Zeichen einigen könne, stelle er mir als Beweis hin, so dass ich ihm glauben musste.
Ich bat ihn dann noch die Kamera für mich aufzuheben und erklärte ihm, dass ich sie zu gegebener Zeit am richten Ort finden würde und dann schon wüsste was ich damit machen werde. Tja, heute weiß ich, der Lump hat die Kamera irgendwelchen britischen Verwandten gegeben und so konnte ich den Erfolg der von mir eigens gefilmten Szenen und die die schon Latten-Jupp aufgenommen hatte, nicht für mich in der Zukunft benutzen. Denn den Film hatte ich schon vor Jahren des Öfteren gesehen. Aber mir war schon immer klar, dass den nur ein Gehirnamputierter gedreht haben konnte. Tja, auf diesem Wege wird das also auch nichts mit dem Millionär werden, denn die Story würde mir eh keiner glauben.
Also musste ich auch weiter meine eigentliche Mission erledigen.

Da ich eh schon in der Gegend des Orients war, dachte ich mir, ich gurke nur ein wenig in der Zeit zurück, so 2000 Jahre und springe nur fix über die Grenze nach Ägypten. Denn da wohnen ein paar Leute, die die Zivilisation im Prinzip erfunden haben, die können mir doch bestimmt weiterhelfen.
Und so landete ich dieses Mal sanft und gewollt im warmen Sand in der Nähe des schön dahinfließenden Nils. Mich glotzte zudem niemand doof an, da man es augenscheinlich gewohnt war, dass der eine oder andere Besucher aus anderen Zeiten und Welten dort vorbeischaute.
Ich machte keine Umwege und ging direkt zum Pharao. Was sollte ich mich mit den ganzen Nebenschauplätzen herumärgern?! Pharao Cheops war dann ein ganz umgänglicher Typ. Ich legte ihm mein Fragen direkt offen und er war sehr interessiert. Man hatte zwar gerade erst die Glühlampe erfunden, aber an ein Mittel gegen Käsequanten und dessen Ursprungs war man auch interessiert, denn Cheops war sich der Problematik von Käsefüßen sehr bewusst. Und wie sollte es anders sein, zugleich war es wiedermal eine enttäuschende Antwort, wenngleich ich einen weiteren Fehler in der Geschichtsschreibung aufdeckte. Denn die Pyramide, die er sich da zusammenschustern ließ, war nicht dafür da, um seine Gebeine nach dem Ableben in eine andere Welt zu schicken. An so einen Quatsch glaubte kein Ägypter, wie er mir versicherte. Die Pyramiden von Gizeh dienten nämlich ausschließlich dazu, dass alle Ägypter vor dem Schlafengehen  ihre Gamaschen aus Papyrus und Ziegenhaar bis zum nächsten Morgen sicher aufbewahren konnten, damit der Gestank in den Straßen nicht zu einem politischen Problem werde. Gut, ich fand das eine etwas umständliche Lösung, aber wenn man schon mal genug Sklaven an der Hand hat, kann man das ganze natürlich auch auf die Art erledigen. Nur half mir die Scheiße nicht gerade weiter.
Ich verpisste mich auch flux, da Cheops zwar nett war, mich aber überreden wollte, bei einem seiner Experimente mitzumachen, wo man versucht Tierköpfe auf Menschenkörper zu nähen. Na gut, war zwar 'ne spannende Sache, aber wirklich Bock hatte ich gerade nicht. Also ab durch die Tempelmitte und rauf auf meine schon ziemlich lädierte Mofa.

Jetzt gab es nur noch eine Möglichkeit. Ich musste die ersten Menschen treffen, denn wer anderes konnte an dem Dilemma nicht mehr schuld sein. Also gab ich mal richtig Gas und eierte ca. 30.000 Jahre zurück um den lustigen Neandertalern mal einen Besuch abzustatten. Ich war im Landeanflug direkt auf eine Höhle mit einer Traube Menschen davor.
Natürlich erwartete ich einen wilden Haufen, der sich primitiv mit Knochen in den Haaren, vor dem ersten Feuer der Menschheit, in Ekstase zu vorzeitlichen Sambarhythmen einen abtanzte. Aber geschissen. Die saßen ruhig auf kleinen Steinhockern, alle gepflegt und frisch gebadet. Einer spielte eine Art Astgeige, ein anderer malte gelangweilt ein paar bedeutungslose Graffiti's an die Wand und alle anderen philosophierten augenscheinlich über irgendwelche belanglose Scheiße.
Ich war sichtlich erstaunt. Sie schauten mich zwar fragend an, aber wirklich gewundert hatte sich auch hier keiner. "Wat ham die mir denn alle für eine gequirlte Kacke in der Schule beigebracht?", sagte ich zu mir selbst. Ich setzte mich zu der entspannten Horde und versuchte mit Handzeichen und Gestiken mein Anliegen hervorzubringen. Erst raffte von den Burschen keiner was eigentlich mein Problem sei, dann ging aber einem von den Freaks ein Licht auf. Er gab ein paar Anderen ein Zeichen und deutete mir an, dass ich ihnen folgen sollte.
Wir gingen mit etwas zehn Mann auf einen Bergkuppe zu. Ich legte mich zusätzlich noch auf die Fresse, weil hier so in der Eiszeit und ohne Streusalz, war es doch ganz schön glatt. Als sich dann auch alle ordentlich kaputt gelacht hatten (Arschlöcher!), erreichten wir die Bergkuppe. Und dort sah ich ein Rudel von Mammuts. Ich war erst einmal begeistert diese Viecher live zu sehen. Aber darum schien es meinen neuen Freunden gar nicht zu gehen. Sie machten mich auf etwas aufmerksam. Denn wo diese vorzeitlichen Riesen hinstampften, da schmolz der Schnee sofort. Zudem kam mir ein Gestank entgegen der mal wieder seines Gleichen suchte. Wie konnte ein harmloses Tier so von sich selbst aus herumstinken. Ich war baff. Sofort war für mich klar warum diese Rasse aussterben würde. Die müssen ja an ihrem eigenen Mief zugrunde gegangen sein.
Die Neandertaler lachten wieder mit ihrer herzlichen Art. Doch ich lachte nicht. Sollte Käsequanten wirklich nur eine Laune der Natur sein? Hatte diese fiese Scheiße wirklich niemand erfunden? Aber das hieß auch gleich, dass die Mammuts nicht die erste Quelle sein konnten. Denn dann gäbe es sie noch heute und wären nicht deshalb ausgestorben. Es wäre sogar zu schön gewesen, denn wenn sie die Quelle gewesen wären, wären sie mithin, da braucht man nicht mal Biologie für studiert haben, das eigene Gegenmittel in Person oder eben in Tier.
Jetzt war ich echt am Arsch. Ich hatte noch die Dinosaurier im Kopf, aber die Arschgeigen sind ja auch ausgestorben. Da hatte ich aber den Geistesblitz. Der verfluchte Asteroid, der damals dafür verantwortlich war, der kam aus dem All. Also ist die Käsequantenmechanik eine extraterrestrische Angelegenheit. Mir blieb also nichts Anderes übrig, ich verabschiedete mich einmal mehr von neu gewonnen Freunden und marschierte schnurstracks zu meinem Gefährt und hob ab.

Dieses Mal konnte ich nirgendwo landen, kam mir in den Sinn, denn das Geheimnis muss im leeren Raum des Universums liegen. Ich ballerte direkt einige Milliarden Jahre durch die Zeit, bis ich mir sicher war, ich bin am Anfang unseres Sonnensystems, wo es noch keine stabile Erde in ihrer heutigen Form gab, nur Materie, Sternenstaub und all den anderen Scheißdreck.
Als ich stoppte, war ich verwirrt. Ich war nicht alleine. Ein Gefährt in Form einer Untertasse lag einige tausend Kilometer vor mir schief im fast leeren Raum. Schief im leeren Raum? Ja schief, im Raum verdammt. In Filmen ist das auch so, obwohl das überhaupt keinen Sinn macht, also lag sie schief im Raum, also die Untertasse.
Ich wartete ab was auf mich zukommen sollte, denn an einen Zufall glaubte ich nicht. Nicht nach dieser schwachsinnigen Reise. Ich dachte ich würde jetzt irgendwo hingebeamt oder per Tragtorstrahl mitten in die Karre reingezogen. Aber nichts von alledem. Die Insassen gaben mir mit ihren Außenscheinwerfern Morsezeichen. Es waren die Gliesemonauten! "Wer auch sonst wieder, das konnten ja nur diese Arschgeigen sein?!", dachte ich mir. Sie hatten mitbekommen, dass ich auf der Suche nach dem Ursprung der Käsequantenmechanik war und morsten mir, dass sie sie genau die selbe Problematik seit ihrem Sein haben.
Na das war ja eine Scheiße, da bin ich den Gliesemonauten näher als je zuvor und dann haben die eine Panne an ihrer Raumkiste, so dass wir nicht mal einen Kaffee zusammen schlürfen konnten. Und so was besucht uns seit Jahren immer wieder. Unglaublich!
Sie deuteten weiter an, dass  ihr Kapitän beim Scheißen vergessen hatte, die Sache mit dem Unterdruck auszugleichen und so sei beim Ablassen des Kothaufens ein kleiner Asteroid mit ihnen zusammengestoßen. Ich erschrak. Konnte es sich hier um ein Zeitparadoxon handeln? Weil ich in der Zeit zurückgereist bin und die Gliesemonauten hinter mir her sind, ist unsere Menschheit und mithin ich selbst entstanden? Also nur aus einem vollgeschissenen Asteroiden? Die ganze Menschheit ist das Erbe eines harmlosen Haufens von Scheiße eines Außerirdischen? Und ich bin verantwortlich?
Ich verdrängt den Gedanken dennoch schneller als er kam. Denn das würde mich zu Gott machen und ich fand, ich war schon mit der Aufgabe etwas überfordert den Ursprung der Käsequantenmechanik zu finden. Jetzt noch die Menschheit über ihre Herkunft aufzuklären und das höchste Amt im Staat einzunehmen, war mir einfach doch zu viel des Guten.
Wie dem auch sei. Wir einigten uns darauf, dass ich noch weiter in der Zeit zurückreisen musste um den wahren Ursprung zu finden, egal wo er auch sein mag. Damit konnte ich leben, weil irgendwas musste ja getan werden. Denn wie schnell ist nix getan?! Zudem wollte ich auch einfach nur schnell weg, weil um mich herum, selbst in diesem luftleeren Raum, stank es bestialisch nach alten Mauken. Ich winkte den Gliesemonauten noch, sie gaben mir mit ihrer Lichthupe Zeichen und "bams" weiter ging's.

Ich gab jetzt Vollgas, denn ich musste zurück zum absoluten Anfang. Zum Big Bang! Und dann sah ich ihn vor mir. Genauso wie in Harry ihn in seiner Sendung "Lesch Kosmos" immer beschrieb. Unglaublich winzig von seinen Ausmaßen. Und daher soll alles was wir kennen gekommen sein? Ich wusste es zwar, aber jetzt, wo ich vor dem Nochnicht-Universum stand, war ich wirklich baff.
Dennoch, etwas schockte mich noch mehr. Die Singularität war nicht wie beschrieben in Erbsenform. Da hatte Harry sich getäuscht. Es war die Form einer Socke. Einer gruseligen Tennissocke, genau so, wie sie die Oppas immer tragen.
Ich wurde in die Singularität hineingezogen und konnte mich trotz Vollgas meiner Mofa dem nicht entziehen. Und dann war ich drin. Ich war im... im Nichts... im absoluten Nichts. Den schließlich gab es vor dem Universum simpel gesagt nichts. Ich konnte mich auch nicht mehr sehen, denn es war ja eben keine Materie vorhanden vor diesem Zeitpunkt.
Aber etwas war dennoch da. Alles was ich bisher erlebte war ekelhaft, aber hier war der Gestank so abgrundtief unaushaltbar und nicht mehr beschreibbar, dass es mich überkam. Ich fing an zu kotzen was die Schläuche hergaben. Dabei krachte es plötzlich, wie aus nicht vorhandenem heiteren Himmel. um mich herum, als wenn hundert besoffene Tataren in einer riesigen Turnhalle Kalinka tanzen. Dann ging es richtig los.
Ich war leibhaftig dabei, die Entstehung des Universums und ich hatte sie verursacht. Ich konnte es nicht fassen. Erst bin ich, von diesem Punkt aus gesehen allerdings ja erst in der Zukunft, schuld an der Entstehung der Menschheit und dann an allem was überhaupt dazu führen konnte. Ja sogar an den Gliesemonauten war ich schuld.
Doch an einem war ich zum Glück nicht schuld. Nämlich die Käsequantenmechanik war definitiv vorher schon da. Selbst wenn eigentlich nichts da war, diese existierte also schon im Nichts oder besser gesagt, sie war das Nichts, der Grund für alles was wir kennen, die Existenz.
Ich konnte das alles nicht aufhalten und wurde von dem Sog einfach mitgerissen. Ich bekam so einen Speed auf meine Mofa und die Betonmischmaschine, dass ich die Äonen von Jahrmillionen in Sekunden zurücklegte. Und dann? Dann machte es "rums" und mit einem Ruck stand ich qualmend auf dem Hof wo ich gestartet war. Einfach so, keine große Sache, nur eine Reise von Sekunden, "bams" zurück.

Ne, das war mir alles zu viel. Ich riss die Kabel von meiner Konstruktion, schob die Mofa samt Helm zurück zum Altenheim, danach stellte ich noch die Betonmischmaschine in die Garage zurück, als wenn nichts gewesen wäre und ging nach oben. In meiner Wohnung angekommen, kamen sofort meine Katzen auf mich zu, die ich noch eben fütterte und dann wirklich keinen Bock mehr hatte und schlenderte auf direkten Wege ins Bett. "Schnauze voll!", dachte ich mir noch beim Hinlegen, und knackte direkt weg.

Jo, war ein amüsanter Tag gestern und das war auch schon alles was ich erlebt hatte. Danke fürs dran teil haben. Auch wenn ich am Ende doch kein Gegenmittel gegen Käsequanten gefunden habe um nun Millionär werden zu können, so immerhin den Ursprung allen Übels. Guten Abend!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen